ZUKUNFTSWERKSTATT

Was ist die Zukunftswerkstatt?

Selbst aktiv an der Gestaltung der Zukunft mitzuwirken ist Ziel der Zukunftswerkstatt, einer kreativen Methode zur Problemlösung gesellschaftlicher Herausforderungen, die vergangenes Schuljahr auch am BRG Traun Einzug fand. Entwickelt wurde sie vom namhaften Pionier der Zukunftsforschung Robert Jungk, nach dem in Salzburg die bekannte Robert Jungk Bibliothek benannt ist. Jungk war Zukunftsforscher, Publizist und Gesellschaftskritiker, der sich Zeit seines Lebens für eine gerechtere, friedlichere und nachhaltigere Welt eingesetzte. Was die Zukunftswerkstatt leisten kann, ist die Erfahrung der Selbstwirksamkeit und Beteiligung zu fördern, anstatt passiv zu bleiben. Praktische Umsetzungsschritte werden formuliert und Veränderungen angestoßen, oft im eigenen Lebens- und Arbeitsumfeld. Letztlich braucht die Zukunftswerkstatt ein Quantum an Zeit, Offenheit, engmaschiger Moderation und eine echte Begegnung auf Augenhöhe. Die Zukunftswerkstatt kann ein wirksames Werkzeug für Transformation sein, wenn Veränderung gewünscht ist. Vor allem ist sie auch ein starkes Fundament für die konkrete demokratische Mitgestaltung.

Die Menschen sollen selbst Beteiligte werden anstatt von Planungen nur betroffen zu sein. Kritikfähigkeit wird in der Zukunftswerkstatt produktiv eingesetzt und bleibt nicht in der Phase des Lamentierens verhaften – Kritikpunkte werden systematisch gesammelt, aber mit der Absicht, Verständnis zu erzeugen und zu vertiefen und eine Verbesserung der Ist-Situation hervorzurufen. Bei der Zukunftswerkstatt haben Kinder und Jugendliche Raum für ihre Urteilskraft und das über sie Hinauswachsen: Nachdem offen, sachlich, fair und ohne Schuldzuweisungen an einem gewählten Problemfeld Kritik geübt wurde, entwickeln die Teilnehmer:innen frei und ohne Einschränkungen Ideen und Visionen für eine gute oder bessere Zukunft. Kreativität und Utopien sind ausdrücklich erwünscht, in großen Maßstäben zu denken ist erlaubt. Durch die Fantasiephase werden Denkblockaden gelöst und neue Lösungsansätze hervorgebracht, ein positives Zukunftsbild entworfen, im besten Falle innovatives Konzeptionieren geübt. Wie müsste es sein, damit es wünschenswert ist? In welcher Art des Miteinanders/ der Umgebung/ der Gesellschaft möchte man gerne leben?

In der finalen Umsetzungsphase werden aus den entwickelten Ideen konkrete Handlungsmöglichkeiten und Ziele abgeleitet und vor Ort oder in der Region zur Umsetzung gebracht. Dabei ist die Bereitschaft zur Verwirklichung der Ergebnisse von großer Wichtigkeit. Ziel der Zukunftswerkstatt ist es, eigene Lösungskonzepte zu entwickeln, über bloße Kritik oder Urteile hinauszugehen und konkrete Schritte zur Veränderung zu erarbeiten – besonders im lokalen, alltäglichen Handlungskontext.

Aktiv werden, sich einmischen, gemeinsam handeln – Robert Jungk glaubte fest an die Gestaltbarkeit der Zukunft. Er warnte nicht nur vor Fehlentwicklungen, sondern ermutigte zum eigenständigen Denken und Handeln, dazu, dass jeder seinen eigenen bedeutsamen Beitrag zur Veränderung zum Guten und Besseren hin leisten kann. Einzuräumen ist, dass die Zukunftswerkstatt nicht die Feinplanung und das exakte wissenschaftliche Arbeiten ersetzt. Jedoch ermöglicht sie innovatives Denken und ist getragen von einer inneren Haltung, die über sie hinaus Gültigkeit haben kann und weiterführt: Neugier statt Zynismus, Mut zur Utopie, Fehlerfreundlichkeit und Zusammenarbeit statt dem Einzelkämpfertum.

„Die Aufgabe wechselt nicht nur von Mensch zu Mensch entsprechend der Einzigartigkeit jeder Person, sondern auch von Stunde zu Stunde, gemäß der Einmaligkeit jeder Situation.“            (Viktor Frankl)

„Der Umgang mit der Methode aktiver Zukunftsgestaltung, die Auseinandersetzung mit Zukunftsfragen, einem effizienten Tool aktiver Zukunftsgestaltung und tatsächlich gelebten Werten bildeten den Ausgangspunkt der Initiative. In mehreren Etappen bearbeiten Schüler:innen Themen, die sie aus dem Unterricht und ihrem Alltag kennen. Die einzelnen Phasen führen vom Erkennen eines Problems über die Entwicklung von Visionen bis hin zur konkreten Umsetzung besserer Zukünfte. Dies gemeinsame Arbeiten im interdisziplinären Kollegium unterschiedlichster Fachschaften zu initiieren, ist spannend und bereichernd zugleich und darf in weiterer Zukunft- soweit die positive Vision- stetig wachsen.“ (Danereder Lydia)

 

Hiesige Unterrichtsprojekte mit der Methode der Zukunftswerkstatt entstanden bislang unter der Leitung von Danereder Lydia (Biologie, Literaturmodul), Janecek Stefanie (Biologie, Schulgarten), Mayr Evelyn Bernadette (Deutsch, Literaturwerkstatt), Plass Andrea (Kunst, Wandgestaltung) und Scharfetter Dagmar (Kunst, Wandgestaltung). Weitere Projekte, ein weiterer Fortschritt und Wachstum sind herzlich willkommen und erwünscht! Über weitere Zugänge und Arbeiten von Schüler:innen und Kolleg:innen freuen wir uns sehr!

 

Ansprechpartnerin Zukunftswerkstatt: Lydia Danereder
Text für die Homepage des BRG Traun: Evelyn Bernadette Mayr